Der Reisebericht des arabischen Gesandten Aḥmad ibn Faḍlān aus dem 10. Jahrhundert gilt als eine der bedeutendsten ethnografischen Quellen des frühen Mittelalters. Im Jahr 921 n. Chr. wurde Ibn Fadlan vom abbasidischen Kalifen al-Muqtadir beauftragt, eine Gesandtschaft zum Herrscher der Wolga-Bulgaren zu führen. Ziel der Mission war es, den muslimischen Glauben zu erklären und militärische Unterstützung gegen die Chasaren zu gewähren. Der daraus resultierende Bericht – in der Forschung oft als Risāla (Abhandlung) bezeichnet – bietet einen einzigartigen, ungeschönten Blick auf die Völker Osteuropas, insbesondere auf die Waräger-Rus (Wikinger) und die Turkvölker der Steppe.
Der Bericht ist keine fiktive Reiseliteratur, wie sie im Orient oft verbreitet war ( Aǧāʾib – Wunderliteratur), sondern ein nüchterner, amtlicher Bericht. Ibn Faḍlān beschreibt die Route von Bagdad über Buchara und Choresmien in die nördlichen Steppe. Die Authentizität des Textes wird durch detaillierte topografische und klimatische Beschreibungen gestützt, was ihn für Historiker und Archäologen bis heute unverzichtbar macht. ibn fadlan reisebericht deutsch pdf
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